Problem. Ein Kunde aus der Industrie bat mich zu sich und wünschte eine Beratung. Er wollte in einer Brandwand eine Öffnung von etwa 1,5 x 1,5 Metern schaffen. Die Umgebung war rau: ölhaltige Luft, Schmutz, hohe Temperaturen, wenig Platz. Hinter der Wand arbeitete ein Industriehammer, dessen Zustand der Meister aus seinem Büro heraus beobachten wollte.
Naheliegende Annahme. Als Lösung hatte man ihm zu einem Brandschutztor geraten, mit sehr speziellen Einbaumaßen. Nach oben standen nur etwa 15 Zentimeter zur Verfügung, seitlich rund 12 Zentimeter. Die Herstellung, Einbau und Abnahme hätten schnell einen Betrag jenseits der 10.000 Euro erreicht. Meine Meinung war gefragt.
Die eigentliche Frage. Brauchte der Kunde wirklich ein Tor? Oder brauchte er in Wahrheit nur eine saubere Sichtverbindung zwischen Büro und Maschine?
Die Lösung. Meine Empfehlung war schlicht: keine neue Öffnung in der Brandwand, kein Sondertor, kein baulicher Kraftakt. Stattdessen eine Kamera auf der Seite des Hammers und ein Monitor im Büro. Kostenpunkt mit fachgerechtem Einbau rund 450 Euro.
Die Lehre daraus. Technische Probleme erzwingen nicht automatisch große Technik. Manchmal ist die bessere Lösung die, die den tatsächlichen Bedarf trifft und alles Überflüssige weglässt. Genau dort beginnt belastbare Beratung im Bestand.
Bildnachweis: Jack Delano, Library of Congress Prints and Photographs Division, Farm Security Administration – Office of War Information Collection, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
Von Jack Delano - Library of Congress Prints and Photographs Division, Farm Security Administration - Office of War Information Collection. http://hdl.loc.gov/loc.pnp/fsac.1a34730, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1291102